„Lebendiges“ Konzept des Freien Kindergartens

Leitbild Freier Kindergarten Jena

Um sich gesund entwickeln zu können, braucht das Kind Raum, Zeit und Muße. Nur so kann es selbstständig Erfahrungen machen und Initiative entwickeln.

Es muss sein Umfeld und seine Umwelt durch ihm gemäße Sinneserfahrungen individuell erkunden und begreifen können. Dazu gehören vor allem ausreichende, natürliche Bewegung und freies Spiel, wie es im Bedürfnis des Kindes liegt, eine bildhafte Sprache mit reichem Wortschatz und eine gesunde Ernährung. So können Lebensfreude und Selbstvertrauen wachsen – die entscheidenden Grundlagen für ein ganzes Leben.

Durch die von uns gepflegte familiäre Atmosphäre schaffen wir einen Ort der Begegnung, für Austausch, Fragen und Antworten. Wir wollen Ansprechpartner in Erziehungsfragen sein und einen Beitrag leisten, den Kindern eine ihnen gemäße Umgebung zu schaffen.

Um der Geschwindigkeit des Alltags und der manchmal überfordernden Fülle an Einflüssen entgegenzuwirken, bieten wir den Kindern einen geschützten Raum, in dem mediale Einflüsse bewusst ausgewählt werden. Wir gestalten und pflegen ganz bewusst Garten, Räume und Spielmaterial so, dass sich Fantasie und schöpferische Kräfte des Kindes bestmöglich entfalten können und eine Geborgenheit vermittelnde Atmosphäre entsteht. Ein regelmäßiger, wiederkehrender Tages- und Wochenrhythmus gibt dem Kind Sicherheit. Das Leben mit gemeinschaftlichen Feiern im Jahreslauf und christlichen Jahresfesten hilft Staunen, Ehrfurcht, Freude und Liebe zu pflegen. In der Authentizität mit der wir auftreten und handeln, sind wir Vorbilder für die Kinder.

Grundlage unserer Arbeit im Kindergarten ist ein ganzheitliches Menschenbild, das Körper, Seele und Geist umfasst. Wir sehen das Kind nicht als zu entwickelndes Unfertiges, sondern es soll sich als ein in seiner Würde, Kompetenz und menschlichen Größe geachteter Mensch erleben können. Wir wollen die Individualität jedes Einzelnen anerkennen und vertrauen auf die Entwicklungs- und Freiheitsfähigkeit eines jeden Menschen. Wir zeigen uns offen für individuelle Entwicklungswege.

Dies beinhaltet eine Erziehung, in der wir uns am Wesen des Kindes und an der Gesetzmäßigkeit seiner Entwicklung orientieren, individuellen Entwicklungsschritten Zeit und Raum geben.

Von der Kindergartengemeinschaft erfordert dies eine innere Haltung zu entwickeln, die von Offenheit, Achtung, würdevollem Umgang miteinander und Begeisterungsfähigkeit geprägt ist. Voraussetzung dafür ist ein tief empfundenes Interesse am einzelnen Kind und an den anderen Menschen der Gemeinschaft sowie unseres Umfeldes.

Grundlegend für das Bestehen unseres Kindergartens sind Initiative und aktive Beteiligung des Kollegiums sowie auch der Elternschaft an kurz- und langfristigen Projekten und Aufgaben. Unser Ziel ist es, einen Entwicklungsraum für die gesamte Gemeinschaft – für Kinder, Eltern und MitarbeiterInnen zu schaffen, in der das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit und das Wissen um die individuelle Gestaltungskompetenz als Ressourcen verstanden werden.

 

1   Gründung und Entstehungsgeschichte

Der freie Kindergarten Jena e.V. ist ein Kind des Herbstes 1989. Nach einem Aufruf trafen sich regelmäßig 12 Menschen, darunter eine Kindergärtnerin aus Jena, um das Konzept für einen Kindergarten auszuarbeiten, der sich frei von allen politischen oder sonstigen Einflüssen ausschließlich an den Entwicklungsbedürfnissen des Kindes orientieren sollte. Was aus dieser Zusammenarbeit entstand, entsprach in hohem Maße dem, was auch das Bemühen der Waldorfpädagogik ist.

Doch es war der Wunsch aller, nicht einen dogmatischen Waldorfkindergarten daraus zu machen, sondern einen Freien Kindergarten, der in ständig neuem Erarbeiten, Austausch der Beobachtungen und Erfahrungen direkt am Kinde abzulesen versucht, was die Kinder in den verschiedenen Altersstufen für ihre Entwicklung brauchen.

  1. Die Kriterien zum Unterscheiden kindlicher Wünsche von echten Entwicklungsbedürfnissen sind am besten in der Menschenkunde Rudolf Steiners zu finden.
  2. Das freie Spiel mit nicht zweckgebundenem Material, d.h. ohne fertiges Spielzeug, ist das eigentliche Entfaltungs- und Lernelement des Kindergartenkindes.
  3. Ein schöpferisch aufbauendes Spiel kann sich in der Gruppe nur dann zum Wohlbefinden aller entwickeln, wenn gleichzeitig ein achtsamer, respektvoller Umgang miteinander gepflegt wird. Das bezieht sich sowohl auf das Verhalten der Kindergärtnerin zu den Kindern, als auch auf einen rücksichtsvollen Umgang der Kinder untereinander.

Am 19. März 1990 begann der Freie Kindergarten mit anfänglich 7 Kindern in einer Privatwohnung zu arbeiten. Im September 1990 konnte er auf 2 Gruppen zu je 13 Kindern erweitert werden. Er wurde provisorisch in der Baracke eines städtischen Kindergartens untergebracht.

1992 stellte dem Kindergarten die anthroposophische Gesellschaft die Räume im Forstweg 18 zur Verfügung und seitdem ist der Kindergarten hier ansässig.

2   Was bedeutet Freier Kindergarten?

Freiheit soll in erster Linie für die Entwicklung der Kinder gelten. Dies wird ermöglicht, indem die Kindergärtnerin sich an den Entwicklungsbedürfnissen des Kindes orientiert. Unser Ziel ist es, dem Kind nach besten Möglichkeiten zu einer optimalen Entfaltung seiner individuellen Kräfte zu verhelfen. Das Kind sollte sich als ein in seiner Würde, Kompetenz und menschlichen Größe geachteter Mensch (und nicht als ein zu entwickelndes „Unfertiges“) erleben können.

Um dies zu gewährleisten, ist ein intensives Beobachten der Entwicklungsstufen der Kinder (wo steht das Kind, was braucht es?), ein Unterscheidungsvermögen von allgemeiner und individueller Entwicklung sowie der Austausch mit den Eltern notwendig.

Für die Kindergärtnerinnen ist es wichtig, immer wieder das eigene Tun zu überprüfen und zu hinterfragen, um sich bewusst zu werden, was mit pädagogischen und organisatorischen Maßnahmen bei jedem einzelnen Kind bewirkt wird. Deshalb ist gute Vorbildfunktion des Erziehers in der Arbeit mit dem Kind unabdingbar. Das Vorbild und die Nachahmung prägen das Leben im Gruppengeschehen.

Freiheit bedeutet auch die Bereitschaft zur Selbsterziehung, also sich ständig neu auf die Kinder einzustellen, denn „das Kind selbst ist ein Programm“ (R. Steiner). Das beinhaltet auch ein Offensein für neue, eventuell ungewohnte Ideen und Anregungen, sofern sie der Entwicklung der Kinder dienen. Wer bei seinem eigenen Handeln immer wieder überprüft, welche Wirkung es jeweils auf die Kinder der verschiedenen Altersstufen hat, der beugt so Willkür und Beliebigkeit in seiner pädagogischen Arbeit vor.

 

 

3   Wir stellen uns vor

3.1  Kollegium

Unsere Erzieher stellen sich vor:

  • Beste Gustav, Gruppenerzieherin, pädagogische Leitung
  • Andrea Hörbe, Gruppenerzieherin
  • Nicole Rohmert, Gruppenerzieherin
  • Silvia Gundermann, Nachmittagserzieherin
  • Felix Mohorn, Nachmittagserzieher
  • Annemarie Menzel (in Elternzeit)
  • Melanie Ochmann (in Elternzeit)

Unsere Köchin:

  • Kriemhild Kille

3.2  Öffnungs-und Schließzeiten

Der Kindergarten ist Montag bis Freitag von 7.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Im Sommer gibt es eine Schließzeit von zwei bis drei Wochen. Ebenfalls schließt der Kindergarten zwischen Weihnachten und Neujahr sowie an Brückentagen, z.B. nach Christi Himmelfahrt. Es gibt bis zu zwei einzelne Tage im Jahr, an denen der Kindergarten ganztägig oder halbtägig geschlossen bleibt, damit die Erzieherinnen Fortbildungen nutzen können.

3.3  Altersstruktur und Gruppen

Der Freie Kindergarten bietet Platz für 35 Kinder im Alter von 2,5 Jahren bis zum Schuleintritt. Die Kinder sind auf drei altersgemischte Gruppen aufteilt. Jede Gruppe besteht aus elf bis zwölf Kindern und einer festen Gruppenerzieherin. Mit Beginn der Mittagsruhe mischen sich die Gruppen und die Nachmittagserzieherinnen übernehmen die Kinder in zwei altersgerechten Gruppen.

3.4  Räumlichkeiten

Der Kindergarten besteht aus zwei Etagen. Die Räumlichkeiten der Einrichtung erstrecken sich auf ca. 200 qm. Jede Gruppe hat ihren festen Gruppenraum, dieser ist kindgerecht und mit Massivholzmöbeln ausgestattet. Für alle Kinder gibt es ein gemeinsames Bad und für die jüngeren Kinder einen separaten Schlafraum. Dieser Raum wird auch für die Vorschularbeit, Eurythmie und teilweise für Feste genutzt. Über eine Treppe gelangt man in das Untergeschoss, wo sich die Küche, Garderobe und Lagerräume befinden. Durch die Garderobe gelangt man in den Garten. Dieser wurde bewusst aus Holz und anderen Naturmaterialien mit kleinen Beeten und sandigem Boden gestaltet. Es gibt ein Klettergerüst aus Holz und nur wenig vorgefertigtes Spielzeug für den Sandkasten. Ein angrenzender kleiner Garten ermöglicht den Kindern, Beete anzulegen und zu pflegen.

3.5  Soziales Umfeld

Der Freie Kindergarten Jena e.V. befindet sich im Westviertel von Jena. Die Villa, in der sich die Einrichtung befindet, liegt zentral und es gibt eine gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel. In der näheren Umgebung befinden sich noch fünf weitere Kindertageseinrichtungen sowie die Kinderhilfe des Ronald Mc Donald Hauses und in direkter Nachbarschaft steht ein Gebäude der Elternhilfe für krebskranke Kinder. In unmittelbarer Nähe zur Einrichtung liegen mehrere kleine Waldstücke und der Friedensberg, die gern von allen Einrichtungen der Gegend für Ausflüge genutzt werden. Im Sommer sind das Paradies, die Saale und die Leutra ebenfalls beliebte Ausflugsziele.

4   Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit

Unser Kindergarten möchte sich in Verbundenheit mit dem Gründungsgedanken an der Waldorfpädagogik orientieren. Das bedeutet, dass die Pädagoginnen Interesse und Offenheit für die Waldorfpädagogik haben sowie Bereitschaft zeigen, Fort- und Weiterbildungsangebote diesbezüglich wahrzunehmen. Es soll dem Kind eine ganzheitliche Erziehung ermöglicht werden, die das leibliche Wohl (Sinnesqualität, Ernährung, Bekleidung …) sowie die seelisch-geistigen Bedürfnisse betrifft.

4.1  Vorbild und Nachahmung

„In einer qualitätsvollen, frühpädagogischen Arbeit ist ein ganzes Bündel von Faktoren, wie Zeit und Raum, wichtig. Am wichtigsten ist aber die Persönlichkeit der pädagogischen Fachkraft. Persönlichkeit meint dabei die Person mit ihrer Einstellung und Haltung, ihrem Wissen und Können“ (Bildungsplan Baden-Württemberg).

4.2  Freies Spiel

Anliegen des Kindergartens ist es, einen größtmöglichen Freiraum für das schöpferische Spiel der Kinder zu schaffen. Im Spiel entfaltet das Kind sein Wesen. Es erfährt und bildet sich selbst und erobert tätig seine Welt im selbstbestimmten Tun und Lernen. Offen für alle Eindrücke macht es Erfahrungen mit allen Sinnen. Deshalb wird in unserem Kindergarten besonderer Wert auf die Pflege des freien Spiels gelegt. Dies ist (auch laut neuer Gehirnforschung) die beste Grundlage für ein lebenslänglich lernfähiges Gehirn sowie für später umfassendes und abstraktes Denken. Aus diesem Grund gibt es in unserem Kindergarten vorwiegend freilassendes Spielzeug und Naturmaterial, z.B. ungesponnene Schafwolle, Holzstücke, Kastanien, Rinden, Zapfen sowie viele Tücher, Ständer Bänder und Kordeln. Daraus kann alles entstehen, was das Kind für die Verwirklichung seiner Spielinhalte braucht. In Ergänzung des offenen Spielmaterials werden nach Bedürfnissen der Kinder sowohl konstruktive Spiele als auch Regelspiele angeboten. Die Kindergärtnerinnen begleiten das freie Spiel, indem sie die Kinder nicht „beschäftigen“, sondern durch ihr Handeln Vorbildhaft tätig sind. Ihr vielfältiges Tun gibt den Kindern Spielanregungen. Es sind praktische sinnvolle Tätigkeiten, die sich aus dem täglichen Leben ergeben: Kleine Reparaturen, Pflege der Einrichtungsgegenstände und des Spielmaterials, das Zubereiten von Mahlzeiten, backen, schroten, waschen, nähen, flechten usw. Oft können auch schon die Kleinsten unter Begleitung von Erwachsenen mit einem Messer umgehen, wenn sie bei einer entsprechenden Tätigkeit mithelfen wollen. Kinder brauchen Zeit zum phantasievollen freien Spiel, sowohl drinnen als auch draußen. Im Garten wird mit Dingen aus der Natur und mit der Natur selbst gespielt.

4.3 Rhythmen im Kindergarten

Viel wert wird in unserem Kindergarten auf Rhythmus und Wiederholung gelegt. Dies gibt den Kindern Sicherheit, Ruhe und Orientierung.

4.3.1    Tagesrhythmus

Die Kinder kommen ab 7.00 Uhr in unseren Kindergarten und werden einzeln begrüßt. Sie beginnen anschließend oft mit einem Spiel ihrer Wahl oder helfen der Erzieherin beim Vorbereiten des Frühstücks. Zwischen 8:00 Uhr und 8:30 Uhr ist unsere geschützte Frühstückszeit. Kinder, die zu Hause frühstücken, kommen ab 8:30 Uhr in den Kindergarten und beginnen mit der Freispielzeit (nähere Erläuterungen siehe Absatz Freies Spiel). Nach der Freispielzeit gegen 9:30 Uhr läutet ein täglich wiederkehrendes Lied unsere gemeinsame Aufräumzeit ein. Alle Kinder dürfen Kordel-Dreher, Tücher-Bügler usw. sein und bringen so die Spielsachen wieder in die gewohnte Ordnung.

Danach geht es zum freien Spiel in den Garten oder zu Spaziergängen in die Natur. Hier dürfen die Kinder wieder selbst entscheiden, wo und was sie spielen möchten. Sie können beispielsweise klettern, schaukeln, Ball spielen, sich mit Brettern und Ästen ein Häuschen bauen oder im Sandkasten spielen. Im Garten oder auf Wanderungen nehmen wir die Veränderungen der Natur wahr und staunen über Blumen, Bäume und Tiere.

Zum gemeinsamen Mittagessen finden wir uns um 11:30 Uhr wieder drinnen zusammen. Nach dem Händewaschen gibt es meist vor dem Essen ein kleines Märchen, eine kleine Geschichte und manchmal ein Puppenspiel. Dann folgt ein Tischvers und das Essen beginnt.

Nach dem Essen geht es zum Zähne putzen. Die ersten Kinder werden abgeholt. Die Gruppen lösen sich auf. Die anderen Kinder legen sich zur Ruhe.

Wir versuchen, die Ruhezeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Kinder erleben eine täglich wiederkehrende Atmosphäre im Schlafraum und in den Ruheräumen. Wer nicht schlafen kann, darf sich nach einer gewissen Ruhezeit still beschäftigen.

Nach der Vesper beginnt eine weitere Freispielzeit, die nach Möglichkeit im Garten verläuft. Bis 17:00 Uhr werden die Kinder abgeholt.

Unser Tag im Kindergarten verläuft in einem rhythmischen Wechsel von Spannung und Entspannung, von Einatmen und Ausatmen, begleitet durch Verse und Lieder.

4.3.2    Wochenrhythmus

Neben dem Tagesrhythmus hat auch die Woche einen ganz bestimmten Rhythmus. Dieser erhält seine Form dadurch, dass an den verschiedenen Wochentagen ganz bestimmte Aktivitäten durchgeführt werden.

Als Überleitung vom Wochenende ist am ersten Tag der Woche „Mitbringtag“. Alle Kinder haben die Gelegenheit, ein kleines Spielzeug mitzubringen. Im Verlauf der Woche findet ein Wasserfarbenmaltag sowie ein Tag für handwerkliches Arbeiten am Monatsthema in den Gruppen statt. Für alle Gruppen findet in der Mitte der Woche Eurythmie statt und jede Woche endet mit einem Wandertag.

 

4.3.3    Jahresrhythmus

Es werden der Wechsel der Jahreszeiten und das Feiern der christlichen Feste intensiv in das gemeinsame Leben miteinbezogen. Sie geben diesen Zeiträumen jeweils eine eigene Qualität. Die Gruppenräume werden von den Kindergärtnerinnen und den Kindern jahreszeitlich gestaltet. Was in der Natur geschieht, nehmen die Kinder je nach ihrer Reife bei Spaziergängen und Aufenthalten im Freien wahr, und es findet seinen Höhepunkt in den Festen. Der Jahreszeitentisch hat einen festen Platz und dient zur visuellen Wahrnehmung.

Weiterhin begleiten Lieder, Gedichte und Geschichten den Jahreszyklus. Die Jahresfeste werden mit besonderer Liebe und Aufmerksamkeit gestaltet. Sie sind besondere, aus dem Alltag herausgehobene Tage und Höhepunkte im Jahreskreis. Eine gewisse Zeit, die ihnen vorausgeht, ist wichtig für das Einstimmen der Kinder. Sie freuen sich, wenn sich auch die Eltern an den Vorbereitungen und zum Teil auch an der Festgestaltung direkt beteiligen. Es werden in unserem Kindergarten folgende Feste und Höhepunkte gefeiert: Das Erntedankfest, das Laternen-/Martinsfest, das Adventsgärtlein, das Nikolausfest, das Weihnachtsspiel, Fasching, Ostern, Frühlingsfest und das Sommerfest. Die einzelne Feste sind im Anhang genauer beschrieben.

4.5 Lernerfahrungen

4.5.1    Musikalische Bildung

Die Musik ist ein fester Bestandteil des Tagesablaufs. Sie gehört z.B. zu den Mahlzeiten, den Festen, zum Einschlafen, zum Aufräumen und hilft beim Trösten.

  • Singspiele und Tänze sind fester Bestandteil unserer Feste.
  • Eurhythmie wird in unserem Kindergarten musikalisch begleitet.
  • Wir verzichten bewusst auf technische Tonträger. Durch den Einsatz der menschlichen Stimme (Singen) und pentatonischer Instrumente wird bei den Kindern das aufmerksame Zuhören geschult.
  • Durch die musikalische Begleitung entsteht eine ruhige Atmosphäre und die Kinder fühlen sich wohl.

4.5.2    Mathematische Bildung

Unsere Naturspielmaterialien ermöglichen den Kindern verschiedene Varianten von Formen, Strukturen und Oberflächen zu erfahren. Hantieren und Ausprobieren unterstützen mathematische Tätigkeiten wie Zählen Ordnen, Zuordnen und Vergleichen. Auch tägliche handlungspraktische Tätigkeiten wie Malen und Schneiden, Abwiegen und Abzählen gehören in den Kindergartenalltag. Auch die Veränderung der Räume beim Spielen nehmen die Kinder bewusst wahr. Auf Ausflügen erleben die Kinder zum Teil Ordnungssysteme und können Gegenstände klassifizieren.

4.5. 3   Naturwissenschaftlich-technische Bildung

Im Kindergarten werden die Kinder an Natur und Technik herangeführt. Bei den täglichen Abläufen haben die Kinder viele Möglichkeiten, Vorgänge in der Natur wahrzunehmen und zu begreifen. So werden durch die Beobachtung von Tieren und Pflanzen in unserem Garten und auf unseren Wanderungen die Sinne der Kinder geschult. Auf den Beeten pflanzen wir Kräuter, Erdbeeren, Sträucher, Blumen, Gemüse usw. an. Zusammen mit der Erzieherin pflegen die Kinder diese Pflanzen und ernten deren Früchte. Dadurch können sie den Werdegang einer Pflanze vom Samen bis zur Frucht verfolgen. Weitere Tätigkeiten im Sinne der naturwissenschaftlich-technischen Bildung sind zum Beispiel das wöchentliche Backen, das Mahlen des Korns, das Äpfelverarbeiten mit der mechanischen Apfelpresse, das Feuermachen, Wolle und Holz bearbeiten usw.

4.5.4    Motorische und gesundheitliche Bildung

Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass Kinder bei ausreichendem Bewegungsangebot viele sinnliche Erfahrungen sammeln und seltener Entwicklungsstörungen zeigen.

Wir bieten den Kindern täglich Bewegungsmöglichkeiten durch den Aufenthalt im Freien an. Durch die besondere natürliche Geländestruktur unseres Gartens werden die Kinder täglich motorisch gefordert. Auch die Kletterskulptur, die Gräben, Bretter und Mauern ermöglichen den Kindern zu balancieren, klettern, kriechen, hüpfen, rennen, springen usw. Somit bieten sich den Kindern Räume für unterschiedlichste Körpererfahrungen und -wahrnehmungen. Außerdem haben sie durch die Ausflüge in den Wald die Möglichkeit, auf Bäume zu klettern, Hütten zu bauen und unwegsame Wege zu entdecken.

4.5.5    Sprache und schriftsprachliche Bildung

Sprache ist die Grundbedingung für das Zusammenleben. Wir schaffen Alltagssituationen, bei der die Kinder Sprache brauchen und die Möglichkeit haben, Sprache anzuwenden, sie einzuüben und als Kommunikationsmittel anzuwenden.

Dies geschieht durch:

  • „Im Gespräch sein“ mit den Kindern (Zeit nehmen, zuhören, antworten)
  • Sprachliche Begleitung des Handelns,
  • Vorbildfunktion durch korrektes Sprechen
  • Vorlesen von Büchern.

In unserem Kindergarten finden Morgenkreise statt. Hier werden Sprachanreize vermittelt, indem beispielsweise Lieder gesungen, Geschichten gehört, Sprechreime erzählt, Kreisspiele gespielt, Bilderbücher betrachtet und Puppenspiele gespielt werden.

4.5.6    Künstlerische gestaltende Bildung

Künstlerisches Gestalten ist den Kindern ein Grundbedürfnis. Im täglichen Freispiel haben die Kinder viele Möglichkeiten der kreativen Betätigung sowohl drinnen als auch draußen.

Eine wichtige Aufgabe besteht darin, den Kindern den freien Umgang mit unterschiedlichen Materialien sowie verschiedene Techniken der künstlerischen Gestaltung zu ermöglichen.

Im Kindergartenalltag stehen immer Materialien zur Verfügung um phantasievoll tätig zu sein, z.B.:

  • Buntstifte, Wachsmalkreiden, Wasserfarben,
  • Papier, Stoff, Holz, Wolle, Knete, Scheren, Kleber usw.

Das Wasserfarbenmalen mit Aquarellfarben wird einmal pro Woche angeboten.

4.5.7    Soziokulturelle, moralische und religiöse Bildung

Durch das Vermitteln von Traditionen werden Kenntnisse und Fertigkeiten erlernt sowie die kulturelle Entwicklung und sozialen Verhaltensweisen der Kinder gefördert. Rituale geben den Kindern Sicherheit und Orientierung für das spätere Leben. Die Kinder erleben Verlässlichkeit, Toleranz und Wertschätzung.

Traditionen und Rituale begleiten uns bei den verschiedensten Abläufen:

  • Begrüßung und Verabschiedung
  • Gemeinsame Mahlzeiten
  • Mittagsruhe (Ausruhzeit – Entspannungszeit)
  • Stuhlkreis
  • Tagesrhythmus
  • Wochenrhythmus
  • Jahresrhythmus (christliche Feste u.a.)

Dazu zählt auch die religiöse Wertschätzung im Kindergarten. Christliche Feste erleben die Kinder in ihrem Ursprung. Im Jahreslauf finden christliche Sprüche, Lieder und Tischgebete Anklang.

 

4.6 Waldorfbezogene Lernerfahrungen und Raumgestaltung im Kindergarten

4.6.1    Eurythmie

Gruppenweise besuchen die Kinder am Mittwoch die Eurythmie, eine von Rudolf Steiner geschaffene ganzheitliche Bewegungskunst.

In der Eurythmie ist der bewegte Körper selbst das Instrument der Übung. Sie erfolgt nicht über das Bewusstsein, sondern über die Nachahmung. Hier ist es wichtig, dass der Eurythmist nicht mit autoritativen Lernergebnissen fordernd eingreift, sonst wird die „Ich Tätigkeit“ gehemmt. Der Erwachsende gibt nur das seine, er greift nicht mit Lob und Tadel oder durch Forderung und Korrektur in dem Bewegungsablauf des Kindes ein. In der Eurythmie wird nicht allein der Körper, sondern im Einklang mit ihm werden auch die Seelenkräfte einbezogen. Die Kinder bewegen sich nach jahreszeitlichen Gedichten und Geschichten. Die Eurythmieformen werden aus dem gesamten Zusammenhang der Natur mit ihren Jahresrhythmen und ihren Festen, ihren Pflanzen und Tieren, Winden und Wolken, Bächen und Steine sowie aus dem Märchenbereich entnommen. Die Märchen und kleinen Geschichten werden zu rhythmischen freien Versen zusammengezogen, erzählt und in Form der Bewegung ausgeführt. Dazu können Lieder aus der Pentatonik, die auf der Leier oder dem Glockenspiel gespielt werden, ertönen.

In unserem Kindergarten wird die Eurythmie von einer erfahrenen Heileurythmistin angeleitet.

4.6. 2   Malen mit Aquarellfarben

Jede Gruppe hat einen Maltag in der Woche, an dem das Wasserfarbenmalen in der Gruppenarbeit angeboten wird. Dieser wird mit einem Lied eingeleitet. Die Kinder malen auf Aquarellpapier mit Aquarellfarben. Sie verwenden dabei die drei Grundfarben (gelb, rot, blau), mit denen alle anderen Farbnuancen erzeugt werden können. Die Kinder tauchen unbefangen und voller Freude den Pinsel in die Farben und verfolgen das sich vermischende Farbgeschehen.

4.6. 3   Jahreszeitentisch

Die Jahreszeiten werden durch den Jahreszeitentisch symbolisiert. Was in der Natur geschieht, wird auf dem Jahreszeitentisch mit Tüchern, Natur-Materialien, Blumen und Gewächsen zum Ausdruck gebracht. Somit kann der Jahresrhythmus bewusster erlebt werden, obwohl es für die Jüngsten noch schwierig ist, sich vorzustellen, was in der Natur passiert. Dennoch lernen sie unbewusst die Gesetze der Natur kennen. Nicht nur die Natur findet sich auf dem Jahreszeitentisch wieder, sondern auch die mystische Welt mit ihren Zwergen, Elfen und Wurzelkindern findet ihren Platz. Verstärkt werden die christlichen Feste symbolisiert. Zur Osterzeit kann eine Vase mit Zweigen und angemalten Eiern auf dem Jahreszeitentisch stehen oder zur Adventszeit geht die Maria (selbst hergestellte Puppe) ihren Weg zur Krippe.

Das ganze Jahr schmücken frischen Blumen den Eingangsbereich und die Gruppenräume.

4.7  Vorschularbeit

Bereits mit dem Eintritt in den Kindergarten beginnt die Vorbereitung auf die Schule.

Die Kindergartenkinder, die nach dem aktuellen Kindergartenjahr in die Schule kommen werden, werden aus den Gruppen einmal in der Woche zusammengeführt. Sie unternehmen gemeinsam mit einer Kindergärtnerin alters- und entwicklungsspezifische Tätigkeiten, sodass ihre Kompetenzen gefördert werden, die für die Basis der schulischen Entwicklung wichtig sind. Besonders viel Wert wird auf kreative Angebote, Sinnesspiele und Exkursionen gelegt. Dazu gehören regelmäßige Ausflüge in die umliegenden Wälder des Kindergartens, wie das Goethewäldchen. Dort erleben die Kinder die Natur in ihrer Beschaffenheit und können nach ihren Bedürfnissen die Jahreszeit wahrnehmen und ihrer Phantasie einen Freiraum geben. Ebenso gehören größere Ausflüge zur Vorschularbeit, diese finden einmal im Monat statt. Bei diesen Tagesausflügen erleben die Kinder handwerkliche Berufe, wie zum Beispiel ein Besuch in der Schmiede oder in einer Schäferei. Auch Bauernhöfe und Gärtnereien sind beliebte Ziele. Die Kinder bekommen dadurch die Möglichkeit, bereits angeeignetes Wissen mit eigner tätigen Erfahrung zu verknüpfen und zu erweitern. Aus diesem Grund verzichten wir in der Vorschularbeit bewusst auf das Üben von Rechnen, Schreiben und Legespiele. Durch die gemeinsame Vorschularbeit in der altershomogenen Gruppe können sich die Vorschulkinder auf den bevorstehenden Abschied aus dem Kindergarten einstimmen.

Auch in ihren Gruppen haben die Kinder die Möglichkeit, sich in ihren Interessen auf die Schule zu besinnen. Die Kinder, die Lust auf ein Nähprojekt haben, können dort über mehrere Wochen z.B. ein Steckenpferd oder eine Puppe nähen – eine sogenannte Abschlussarbeit.

4.8 Ernährung

Unser Kindergarten hat eine eigene Küche mit einer fest angestellten Köchin. Das Essen wird somit jeden Tag frisch zubereitet. Durch das Küchenfenster können die Kinder mit beobachten, wie die Mahlzeiten zubereitet werden. Es gibt nichts Schöneres, als wenn die Kinder von der Freispielzeit draußen zurückkehren und der Kindergarten nach frischem Essen duftet.

In unserem Kindergarten haben wir:

  • Vegetarisches Essen
  • Nahrungsmittel aus ökologischem, möglichst Demeter-Anbau
  • Frische Nahrungsmittel
  • Vollwerternährung

Damit sorgen wir für eine Ernährung, welche auch der leiblichen Entwicklung des Kindes entspricht. Im Tageslauf haben die Kinder die Möglichkeit, Mahlzeiten mit vorzubereiten, z.B. durch das Backen von Kuchen und Brot und Schneiden von Obst und Gemüse.

Es ist im Interesse des Kindes wünschenswert, dass die Eltern und Kollegen diese Art der Ernährung mittragen. Bewusst wollen wir auf Süßigkeiten im Kindergarten verzichten. Im ersten Jahrsiebt werden die Grundlagen für das ganze spätere Leben gelegt.

4.9  Gestalten von Übergängen

Eingewöhnung

Die ersten Übergänge, die Kinder erleben sind die in frühkindliche Einrichtungen oder in den Kindergarten. Die Eingewöhnung neuer Kinder erfolgt allmählich und in Zusammenarbeit mit den Eltern. Die Eingewöhnung ist in unserem Kindergarten schriftlich festgelegt. (siehe Anhang)

Schuleintritt

Die Vorbereitung auf die Schule beginnt mit dem Eintritt in den Kindergarten. In den altersgemischten Gruppen werden alters-und entwicklungsspezifische Angebote unterbreitet. So werden Kompetenzen gefördert, die als Basis für die schulische Entwicklung wichtig sind. Im letzten Halbjahr vor dem Schuleintritt werden die Kinder gezielt auf den Übergang vorbereitet. Einmal in der Woche findet eine Schulvorbereitung in einer altershomogenen Gruppe statt. (siehe Vorschularbeit). Für Eltern gibt einen Elterninformationsabend für den Schulübertritt.

5   Kollegiums-, Eltern- und Vorstandsarbeit

5.1  Pädagogische Konferenzen

Es finden regelmäßige pädagogische Konferenzen statt, in denen Grundlagenarbeit, Kinderbesprechungen, Erfahrungsaustausch und Festvorbereitungen von den Mitarbeitern besprochen werden. Zusätzlich findet eine wöchentliche Mittagskonferenz statt, in der aktuelle organisatorische Themen besprochen werden.

5.1.1    Große Konferenz

Einmal im Monat trifft sich das Kollegium mit dem Vorstand in der Großen Konferenz. Diese ermöglicht ein gemeinsames Arbeiten und regelmäßigen Austausch über Geschehnisse im Kindergarten.

5.1.2    Elternabende

Im Laufe des Kindergartenjahres finden regelmäßige Elternabende statt. So gibt es zweimal im Jahr Gruppenelternabende, die einen Austausch über das aktuelle Gruppengeschehen ermöglichen oder thematisch gestaltet werden können. Zudem gibt es einen Elternabend für die Eltern neuer Kinder als Einführung in unser Konzept. Ein gemeinsames Zusammensitzen ermöglicht das Laternenbasteln, welches von und mit den Kolleginnen gestaltet wird. Hier basteln neue aber auch Eltern, die schon länger im Kindergarten sind, Laternen für ihre Kinder, damit ein gemeinsames St. Martinsfest gefeiert werden kann. Für die Eltern der Vorschulkinder findet im zweiten Halbjahr des Kindergartenjahres ein Elternabend zum Thema Schulreife und Vorschularbeit statt.

5.1.2    Elterngespräche

Auf Wunsch der Eltern oder bei Schwierigkeiten besteht die Möglichkeit, ein individuelles Elterngespräch zum Entwicklungsstand des Kindes durchzuführen.

Eine gute Basis für solche Gespräche sind Aufzeichnung und Beobachtungen der Kindergärtnerinnen. Diese Beobachtungen schaffen unter anderem eine Grundlage, um Eltern kompetent zu informieren und zu beraten. Sie bilden eine sachliche Basis für den Austausch über ein Kind und sind hilfreich, das Gespräch mit den Eltern zu strukturieren.

5.2 Pädagogische Weiterbildung / Teamtage

5.2.1    Interne Weiterbildung

Einmal im Monat findet eine interne Weiterbildung statt. Unter der Leitung von Frau Buchmann erweitern wir unser Wissen über die Walddorfpädagogik nach Rudolf Steiner und erleben die Dreiheit (Körper-Seele-Geist). Als erfahrene Waldorfpädagogin steht sie uns ebenso mit Rat und Tat zur Seite.

5.2.2    Externe Weiterbildung

Jede Kindergärtnerin hat zweimal im Jahr die Möglichkeit, eine Weiterbildung nach ihren Interessen wahrzunehmen oder Schulungen wie „Erste Hilfe“ aufzufrischen. Außerdem besteht in Absprache mit dem Vorstand und unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Mittel die Möglichkeit, langfristig angelegte Weiterbildungen zu besuchen, wie beispielsweise eine Ausbildung zur Waldorferzieherin.

5.2.3    Teamtage

Einmal in Jahr findet ein Teamtag statt. Das kann eine gemeinsame Weiterbildung oder auch ein gemeinsames Projekt sein. Ziel ist die Förderung des Austausches im Kollegium mit der Möglichkeit gemeinsamer Erlebnisse abseits des Kindergartenalltags, um andere und neue Perspektiven auf die gemeinsame Arbeit und die Gestaltung des Alltags zu ermöglichen.

5.3 Einbringen der Eltern

5.3.1    Mitarbeit der Eltern

Unser Kindergarten lebt von Eigeninitiative. Neben der Vorstandsarbeit gibt es eine Reihe von Elternämtern wie z.B. Einkäufe auf dem Markt, Wäsche waschen, Garten-und Putzarbeiten.

Im Laufe der Zeit ist der Anteil der voll berufstätigen Familien gestiegen, sodass sich die Aufgaben in der Realität auf immer weniger Leute verteilen. Einiges kann vom Vorstand abgefangen werden, wir streben aber an, dass die kleineren und regelmäßigen Tätigkeiten von möglichst vielen Beteiligten wahrgenommen werden. So bleibt für alle die Belastung im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Hierzu findet man an der Pinnwand Listen zum Eintragen und regelmäßig verteilte Elternbriefe erinnern die Eltern sowie Kollegen an diese notwendige Mitarbeit. Die gemeinsame Verantwortlichkeit von Eltern und Kollegium für den Kindergarten wird durch die Elternarbeit betont.

5.3.2    Vorstandsarbeit

Der Vorstand ist gemeinschaftlich für das Handeln des Vereins in seiner Gesamtheit verantwortlich. Folgende Arbeitsfelder werden durch die Vorstandsmitglieder schwerpunktmäßig betreut:

  • Finanzen (Zahlungsverkehr und Vorkontierung, Handkasse)
  • Personal
  • Versicherungen
  • Amtliche Statistiken
  • Kontakt Ämter (Lohnbuchhaltung, Jugendamt u.a.), Kontakt zur Parität, AG Freie Träger
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Organisation Elternämter
  • Qualitätsentwicklung
  • Koordination pädagogische Weiterbildung
  • Arbeitsschutz und Brandschutz
  • Beantragung und organisatorische Betreuung FSJ / Praktikum

 

Der Vorstand arbeitet auf folgenden Grundlagen zusammen:

  • Geschäftsordnung
  • Jahresplan, der am Beginn des neuen Vorstandsjahres erarbeitet wird
  • Nichtöffentliche Sitzungen mindestens monatlich, bedarfsweise öfter
  • Abstimmungen beim Treffen, per E-Mail und Telefon

 

Um den vielfältigen Anforderungen erfolgreich begegnen zu können, gibt es folgende Strukturen der Zusammenarbeit:

  • Große Konferenz (monatlich) – Zusammenarbeit mit dem Kollegium
  • Verwaltungsstelle – administrative Aufgaben (Finanzen, Informationen an Stadt und Land)
  • Projektgruppen – Delegation von klar definierten/umrissenen, zeitlich begrenzten Aufgaben

6   Qualitätsentwicklung

Wir arbeiten in unseren Kindergarten nach dem Qualitätssicherungsverfahren „Wege zur Qualität“. Wege zur Qualität ordnet die Kräfte, die auf eine Arbeitsgemeinschaft (hier die Kindergartengemeinschaft) einwirken. Es beinhaltet zwölf Felder, die die sozialen Bedingungen schaffen und sichern, um fachlich und qualitativ gut arbeiten zu können.

Die Kindergärtnerinnen nehmen regelmäßig Weiterbildungsangebote wahr, sodass ständige Qualitätsentwicklungs- und Qualitätssicherungsprozesse gewährleistet sind. Die 12 Felder befinden sich Anhang.

7   Kooperationen mit anderen Institutionen

Freie Waldorfschule in Jena-Göschwitz

Einmal im Jahr konsultiert uns eine Waldorf-Lehrerin und stellt uns und den Eltern ihr pädagogisches Konzept vor. Ein Elternabend für interessierte Eltern wird angeboten.

 

Jenaplan Schule/ Universaale Jena – Freie Gesamtschule

Aus der Jenaplan Schule und der Freien Gesamtschule Universaale absolvieren Schüler einmal wöchentlich für zwei Stunden ihr Fach „Verantwortung“ in unserem Kindergarten.

 

Zusammenkunft von Waldorfkindergärten in der näheren Umgebung

Zweimal im Jahr findet ein Treffen in den verschiedenen Waldorfkindergärten statt. Es werden Themen aus dem Kindergartenalltag besprochen.

 

Waldorfkindergarten Jena

Es bestehen Möglichkeiten zur Hospitation von Kindergärtnerinnen aus der jeweilig anderen Einrichtung.

8   Kinder mit Förderbedarf

Der Kindergarten kann Kinder mit Förderbedarf aufnehmen, allerdings nur in einen eingeschränkten Rahmen. Die Räumlichkeiten der Einrichtung ermöglichen es nicht, Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen aufzunehmen, da der Kindergarten nicht barrierefrei ist. Bei Bedarf eines Förderplatzes wird eine Eins-zu-Eins-Betreuung beantragt.

9   Genderpädagogik

Wir bemühen uns im Alltag, keine Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen zu machen, sondern viel mehr jedes Kind in seiner Individualität wahrzunehmen und entsprechend seiner Bedürfnisse zu fördern. Alle pädagogischen Angebote sind sowohl für Jungen als auch für Mädchen zugänglich.

 

 

 

10 Partizipationsmöglichkeiten und Beschwerden von Kindern

Grundlage unserer Arbeit im Kindergarten ist ein ganzheitliches Menschenbild. Das Kind soll sich als ein in seiner Würde, Kompetenz und menschlichen Größe geachteter Mensch erleben können.

Von der Kindergartengemeinschaft erfordert dies eine innere Haltung zu entwickeln, die von Offenheit, Achtung, würdevollem Umgang miteinander und Begeisterungsfähigkeit geprägt ist.

Voraussetzung dafür ist ein tief empfundenes Interesse am einzelnen Kind und an den anderen Menschen der Gemeinschaft sowie unseres Umfeldes.

Unser Ziel ist es, einen Entwicklungsraum für die gesamte Gemeinschaft – für Kinder, Eltern und MitarbeiterInnen zu schaffen, in der das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit und das Wissen um die individuelle Gestaltungskompetenz als Ressourcen verstanden werden. Dies schließt ein offenes Ohr für die Bedürfnisse und Beschwerden der Kinder ein. Die Kriterien zum Unterscheiden kindlicher Wünsche von echten Entwicklungsbedürfnissen sind am besten in der Menschenkunde Rudolf Steiners zu finden, auf die wir uns in diesem Punkte berufen.

11  Selbst-und Fremdevaluation

Wir sind für die Eltern stets ansprechbar, zusätzlich steht eine Feedback-Box für anonyme Kritik und Lob bereit.

Mit dem Qualitätssicherungsverfahren „Wege zur Qualität“ ist eine regelmäßige Evaluation verbunden.

In jährlich verbindlich festgelegten Mitarbeitergesprächen haben sowohl die Kindergärtnerinnen die Möglichkeit, Arbeitsbedingungen und Team-Angelegenheiten zu beurteilen als auch der Vorstand, die MitarbeiterInnen einzuschätzen und Lob sowie Kritik auszusprechen. Ziele zur Weiterentwicklung können vereinbart werden.

 

12  Abschluss und Ausblick

Unser Konzept verstehen wir als „Lebendiges Konzept“, welches wir regelmäßig überarbeiten und weiterentwickeln.

 

„Ein Baum braucht, um Früchte zu tragen

Luft, gute Laune, Sonne und Wasser.

Ein menschliches Wesen benötigt,

um sich zu öffnen und zu entfalten

Nahrung, Schutz und ein offenes Herz,

welches ihm Liebe gibt,

und einen anderen Menschen,

welcher ihm hilft zu wachsen.“

(Ute Craemer)

 

 

 

 

Anhänge

Festbeschreibungen

Erntedankfest

Als Höhepunkt der Getreide-und Erntezeit im Kindergarten feiern wir nach dem ersten Oktoberwochenende mit den Kindern das Erntedankfest. Im Vorfeld haben wir uns gemeinsam mit der Ernte und der Verarbeitung von Getreide, Obst und Gemüse beschäftigt. Wir haben den Raum und den Jahreszeitentisch festlich gestaltet und ein Erntedankbrot gebacken.

Am Tag des Festes kommen die Kinder am Morgen mit kleinen Erntekörbchen in die Gruppe. Zusammen mit dem Erntebrot, einer Festkerze und Blumenschmuck werden die Körbchen auf einem Tischchen aufgestellt. Wir versammeln uns im Kreis, singen Lieder, hören eine Geschichte, einen Spruch oder ein Fingerspiel. Danach darf jedes Kind sein Körbchen zeigen, etwas dazu erzählen und eine Kleinigkeit für unser gemeinsames Frühstück herausnehmen. Das Frühstück beginnt dann mit einem Dankesspruch, wir teilen das selbst gebackene Brot und jeder darf von den mitgebrachten Früchten probieren.

Der zweite Teil des Festes findet im Garten statt. Dort haben wir bereits am Vortag die Feuerschale zurechtgestellt und das Anfeuerholz bereitgelegt. Kinder schauen zu, wenn das Erntedankfeuer angezündet wird. Wer Lust hat, kann das Feuer beobachten, kann sich wärmen oder das Feuer mit kleinen Holzstücken füttern. Während sich das Feuer entwickelt und nach und nach ein gleichmäßiges Glutbett entsteht, beschäftigen sich die Kinder damit, die vorbereiteten Kartoffeln in Alufolie zu wickeln, damit sie dann in der Glut gebacken werden können.

Der Höhepunkt des Festes ist das gemeinsame Mittagessen im Garten mit Backkartoffeln aus der Feuerschale, leckerem Quark und Salat aus der Küche.

Satt und glücklich können sich die Kinder jetzt zur Mittagsruhe in ihre Räume begeben.

 

Laternenfest- Martinsfest

Hintergründe:

Der Ursprung der Laternenumzüge liegt in der vorchristlichen Tradition, bei der ausgehöhlte Rüben und Kürbisse als Laternen dienten. Ein Licht wurde durch die immer dunkler werdenden Abende getragen. Zum Winter hin zieht sich das Licht aus der Außenwelt zurück. Dann musste begonnen werde, das Licht in sich selbst zu suchen. Die Laterne könnte ein Symbol für das innere Licht sein. Da das Laternenlicht eine Hülle hatte, konnte es den Elementen der Natur trotzen. Genauso kann der Mensch mit seiner Eigenständigkeit den Widrigkeiten des Lebens trotzen – mit seinem eigenen inneren Licht. Der heilige Martin, der dem St. Martinsfest seinen Namen gab hingegen, steht für die Nächstenliebe. Er teilte seinen Mantel mit einem Mann in Not. Er sandte damit die Botschaft in die Welt: „Vergesst die Notleidenden nicht!“

Das Laternenfest im Freien Kindergarten:

Im Vorfeld des Festes gibt es traditionell einen Laternenbastelabend im Kindergarten, an dem die Eltern die Möglichkeit haben, gemeinsam mit den Kindergärtnerinnen für ihr Kind eine Laterne zu basteln.

Das Laternenfest findet im November zum Martinstag statt. Im Garten werden die Laternen aufgehängt, die mit ihrem Schein die Kinder, Eltern, Geschwister und Großeltern begrüßen. Gemeinsam singen wir das Lied vom heiligen Martin. Inzwischen ist es dunkel geworden und auf dem Balkon erstrahlt ein Licht. Das Schattenspiel vom heiligen Martin kann beginnen. Die Kinder verfolgen das Geschehen mit strahlenden Augen. Im Anschluss an das Schattenspiel werden Lieder wie „Lichtlein brenne“ gesungen und die Laternen an die Kinder verteilt. Jetzt ziehen wir singend mit unserer Laterne durch das Wohngebiet. Zurück im Kindergarten wird zum Abschluss in einem Kreis das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ gesungen. Anschließend werden alle Gäste mit selbst gebackenen Mondenhörnchen verabschiedet.

Das Adventsgärtlein

Das Adventsgärtlein wird am Anfang der Adventszeit gefeiert. Es ist 1925 in der Schweiz entstanden. Es ist ein meditatives und emotionales Fest. Es ist sehr gut geeignet, die Kinder auf die Adventszeit einzustimmen.

Bereits am Vorabend legen die Erzieherinnen mit Tannenzweigen eine Spirale, in deren Mitte eine Kerze steht und neben der Kerze steht eine Vase mit Lilien und Rosen. In der Spirale stehen Schalen mit jeweils einer Apfelkerze darin.

Am Tag des Adventsgärtleins kommen die Kinder nach Gruppen getrennt in den Raum. Die Erzieherinnen und die Kinder setzen sich. Der Raum ist dunkel und in der Mitte brennt die Kerze. Die Erzieherin spricht als Einleitung den Vers:

„In der dunklen Nacht ist ein Stern erwacht,

leuchtet hell am Himmelszelt,

schenkt sein Licht der ganzen Welt.

In der dunklen Nacht ist ein Stern erwacht.“

Dann geht zuerst die Erzieherin mit einer Apfelkerze in die Spirale, entzündet an der Kerze in der Mitte das Licht und stellt sie beim Hinausgehen in die Spirale zurück.

Danach gehen die Kinder einzeln den gleichen Weg. Je nach Kind geht eine Erzieherin mit oder die Kinder gehen ihren Weg allein.

Dieser Weg wird begleitet durch das Lied „Maria durch den Dornwald ging …“. So geht jedes Kind seinen eigenen Weg – in aller Stille!

Wenn jedes Kind seinen Weg durch die Spirale gegangen ist, ist aus dem dunklen Raum ein vom Kerzenlicht erfüllter Raum geworden. Mit einem Licht verlassen die Kinder und die Erzieher den Raum.

 

 

Sankt Nikolaus

Nikolaus ist eine würdige Erscheinung. Er lebte im 4. Jahrhundert als Bischof von Myra. Als Sohn reicher Eltern verteilte er sein Vermögen an die Armen. Die Legende schildert ihn als Wohltäter, als Helfer in Zeiten der Hungersnot und als Freund der Kinder. Sein Gedenktag ist der 06. Dezember (Todestag).

Diese Legende wird, als Vorbereitung auf das Fest, vom Erzieher erzählt. Weiterhin werden Stoffsäckchen gefüllt mit Apfel, Nüssen und Mandelkernen. Unsere Köchin backt dazu Lebkuchen. Jede Gruppe hat ihre eigenen Säckchen in einer anderen Farbe.

Am Vortag steckt die Erzieherin künstlerisch die Säckchen in den Hausschuhen der Kinder und dekoriert sie in ihrem Gruppenraum.

Am Nikolaustag erzählt die Erzieherin aus dem goldenen Buch, dass der Nikolaus ein Himmelsbote ist. Sie erzählt den Kindern von seinem Weg durch den Himmel hinab zur Erde. Er sitzt auf einem Schimmel und zieht von Stern zu Stern. Dort begegnet er der Mutter Maria. Sie sammelt Gold- und Silberfädchen für das Hemdlein des Christkindes. Sie spricht zum Nikolaus: Geh zu den Kindern und sag ihnen, es naht die Weihnacht, bald kommt das Christkind.

 

 

Weihnachtsfeier

In der Nacht vom 24. zum 25. Dezember ist die Heilige Nacht. Auf dem Jahreszeitentisch haben Maria und Joseph den Stall erreicht und die Geburt des Christuskindes steht kurz bevor. Die Adventszeit endet mit der Weihnachtsfeier am letzten Tag vor den Ferien.

Nach dem Freispiel im Garten kommen die Kinder andächtig und mit leiser Musik in den festlichen geschmückten Raum. Dort sind Stühle und eine kleine Puppenspielbühne für die Kinder vorbereitet. Wenn jeder seinen Platz gefunden hat, wird das Seidentuch vorsichtig von der Spiellandschaft gehoben und die Kinder erleben voller Staunen die Geschichte von Maria und Josef, die nach Bethlehem ziehen und dort das Christuskind in einem Stall zur Welt bringen, von den Hirten, die die frohe Botschaft von einem Engel erfahren und von den Tieren im Stall, die das Wunderbare miterleben durften.

 

 

Zum Abschluss singen wir gemeinsam ein bekanntes Weihnachtslied und die Kinder bekommen als Symbol eine rote Rose mit einem grünen Tannenzweig geschenkt.

Fasching

Nach einer ruhigen und besinnlichen Advents- und Weihnachtszeit kommt das Faschingsfest, welches ausgelassen und mit Übermut gefeiert wird. Die Faschingszeit ist die Zeit, in der symbolisch der Winter vertrieben wird. Dies wurde schon früher in der heidnischen Zeit mit verkleideten Menschen und lautstarken Instrumenten, Peitschen oder Rasseln gefeiert. An die Faschingszeit knüpft sich die Fastenzeit, welche am Aschermittwoch beginnt und zu Ostern endet. Auch wir im Kindergarten feiern Fasching. Die Kinder können sich verkleiden, als was sie möchten, meist sind Prinzessinnen, Indianer, Katzen und viele andere Figuren und Tiere dabei. Dies ist allerdings kein Muss, Kinder die nicht verkleidet sind, können trotzdem mitfeiern.

Das Fest beginnt mit verschiedenen Spielen, welche in den Gruppenräumen aufgebaut sind. Nach den ausgelassenen Spielen versammeln sich alle Kinder und Kindergärtnerinnen im Schlafraum, bilden einen Kreis und spielen gemeinsam ein Kreisspiel. Bei dem Kreisspiel wird ein Lied gesungen: „Und wer eine Katze ist, tritt ein, tritt ein…“, alle Kinder die eine Katze sind, treten in den Kreis und zeigen sich. Nach dem Kreisspiel findet das Frühstück statt, welches als Büffet im Schlafraum aufbebaut ist. Dafür tragen sich Eltern in einer Liste ein und bringen dann lauter leckere Köstlichkeiten für das Büffet mit. Natürlich wollen wir auch den Winter austreiben und gehen nach dem Frühstück raus und laufen lautstark durch das Wohngebiet. Hierbei helfen und vorher gebaute Instrumente oder mitgebrachte.

Frühlingsfest

Frühling ist, wenn alles aus einem langen Winterschlaf erwacht. Die ersten Blumen blühen, die ersten Knospen wachsen und die Sonne gewinnt zunehmend an Kraft und Wärme. Auch wir nehmen dies im Kindergarten wahr und wollen den Kindern den Zauber der Natur zeigen.

Das Frühlingsfest feiern wir gemeinsam mit den Eltern und Kindern auf dem Friedensberg. Zu Beginn des Festes gibt es eine musikalische Begrüßung und anschließend ein kleines Willkommenswort von den Kindergärtnerinnen. Es werden gemeinsam Frühlingslieder gesungen und Kreisspiele gespielt. Auch Eurythmie findet ihren Platz auf dem Fest. Diese leitet unsere Eurythmistin an und alle können mitmachen. Bei einem gemütlichen Zusammensein und einem köstlichen Büffet, das von den Eltern stammt, genießen wir die ersten Sonnenstrahlen und lassen den Frühling einklingen. Zum Ausklang des Festes spielen die Kindergärtnerinnen ein kleines Theaterstück. Zum Abschied bekommt jedes Kind einen Zweig. An diesem Zweig hängt ein Vogel aus Plätzchenteig, den unsere Köchin im Vorfeld liebevoll gebacken hat.

Ostern

Hintergrund:

Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Ostern ist immer am Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Das Suchen nach den Ostereiern symbolisiert die Suche nach neuem Leben und Fruchtbarkeit. Die Ostereier im Kindergarten werden ausschließlich rot eingefärbt, dass Rot steht für das Blut Christi.

Das Osterfest und die Osterzeit erleben die Kinder traditionell mit Versen, Liedern und Geschichten. Die Kinder bemalen ausgeblasene Ostereier, töpfern eine Schale, in die das Ostergras eingesät wird. In Vorbereitung auf das Osterfest wird das Osterbrot gebacken, welches das Ende der Fastenzeit symbolisiert. Das Osterfest im Kindergarten findet nach dem Ostersonntag statt. Die Kinder frühstücken das Osterbrot und gehen im Anschluss auf den Friedensberg und suchen die rotgefärbten Eier.

Vierzig Tage nach Ostern ist Himmelfahrt. Himmelfahrt ist das Blütenfest der Natur. Die Obstblüte, zeigt sich in ihrer vollen Pracht zehn Tage danach, an Pfingsten. Diese beiden Jahresfeste werden nicht bewusst im Kindergarten gefeiert, allerdings werden die Kinder an die Gegebenheiten der Natur herangeführt. An Pfingsten blühen Löwenzahn und Pfingstrose, welche bildhafte christliche Eigenschaften tragen. Diese blütenhafte Zeit wird durch entsprechende Geschichten, Sprüche und Lieder unterstrichen.

Sommerfest

Hintergrund:

Das Sommerfest fällt in die Zeit der Wärme und des Lichtes. Während auf der einen Seite der Erde alles Leben aus sich heraustreibt (Blumen erblühen, Bäume grünen, …), entsteht auf der anderen Seite der Eindruck, als nährten sich die Licht-und Wärmekräfte des Kosmos an die Erde.

Es breitet sich eine Stimmung aus, die auch den Menschen ergreifen kann. Es entsteht das Bedürfnis, die Sonnenkräfte, die der Erde jetzt so nahe sind, in uns aufnehmen zu wollen. Man fühlt sich leicht und frei, lacht, atmet freier und tanzt durch das sommerliche Leben. Was liegt näher, als in dieser Zeit ein schönes Fest zu feiern.

Das Sommerfest im Freien Kindergarten:

Jedes Jahr im Sommer, kurz vor der Kindergartenschließzeit, treffen sich Kinder, Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde und Kindergärtnerinnen des Freien Kindergartens zum Sommerfest. Mit einem Reigen aus Liedern und selbstmusizierten Musikstücken sowie einer Rede wird das Fest eröffnet.

Es folgen mehrere Stationen mit verschiedenen Spielen wie etwa Schiffchen ziehen und Kränze binden, an denen die Kinder sehr viel Freude haben und selbst angefertigte Preise gewinnen können. Im Anschluss an diese Spiele wird von einigen Eltern ein selbst einstudiertes Märchen aufgeführt, welches der Höhepunkt des Festes ist. Die Kinder freuen sich jedes Jahr sehr darauf, ihre Eltern einmal in einer völlig anderen Rolle erleben zu dürfen.  So langsam schleicht sich auch ein kleines Hungergefühl ein. So lassen wir unser Fest bei einem köstlichen Essen am Büffet, zu dem jeder etwas beiträgt, mit netten Gesprächen ausklingen.

 

 

Eingewöhnungsrichtlinie des Freien Kindergartens

In der Regel beträgt die Eingewöhnungszeit 2 Wochen. Wir empfehlen, dass Sie sich diese 2 Wochen ungestört Zeit nehmen. Die Gruppenerzieherin ist Ihre Ansprechpartnerin zu allen Fragen in dieser Zeit. Je nach familiärer Situation und dem Alter des Kindes kann der Ablauf der Eingewöhnungszeit abweichen.

Der Übergang in den Kindergarten ist eine große Aufgabe für Ihr Kind und für sie selbst. Daher ist die enge Absprache zwischen Eltern und Kindergärtnerin wichtig. Denn dies gibt auch dem Kind Sicherheit. Das Vorbild der Eltern vermittelt dem kleinen Kind mehr Sicherheit, als alle Worte.

Vorgespräch mit der Gruppenerzieherin

Der Ablauf der Eingewöhnung wird besprochen. Sie erhalten eine Liste, mit den Dingen, die das Kind im Kindergarten braucht.

Eingewöhnung

  • Erste Woche

1-2 Tage: Die Mutter/der Vater kommen von 10 – 11 Uhr mit dem Kind in den Garten zur Freispielzeit.

Hier nimmt die Kindergärtnerin Kontakt zum Kind auf. Geben Sie Ihrem Kind Zeit und Raum, den Kindergarten in seinem Tempo zu erobern. Sie können sich gern eine kleine Beschäftigung, z.B. eine Handarbeit mitbringen.

3-4 Tage: Der Zeitraum, in dem das Kind allein im Kindergarten bleibt, wird schrittweise erweitert. Das heißt Sie gehen für eine abgesprochene Zeit weg und kommen wieder, um das Kind abzuholen.

Auch wenn es schwerfällt: wenn Sie sich von ihrem Kind verabschiedet haben, dann gehen Sie und kommen genau zur verabredeten Zeit wieder. So gewinnt Ihr Kind Sicherheit, dass Ihre Aussagen und Handlungen übereinstimmen und es sich darauf verlassen kann.

Letzter Tag der ersten Woche: Sie begleiten Ihr Kind nach der Freispielzeit beim Reingehen und Mittagessen in der Gruppe, danach gehen sie gemeinsam nach Hause.

  • Zweite Woche

Erster Tag der zweiten Woche: Die Woche beginnt, wie die letzte geendet hat. Sie bringen das Kind in den Garten, essen gemeinsam Mittag im Kindergarten und gehen dann nach Hause.

2-4 Tage: In den nächsten Tagen kommen Sie vor der Freispielzeit im Garten in den Gruppenraum. Sie begleiten ihr Kind dann beim Rausgehen. Wenn alle Kinder im Garten sind und Ihr Kind sich wieder in der bekannten Situation im Garten befindet, verabschieden Sie sich.

Ziel dieser Tage ist es, dass Sie sich so bald wie möglich im Gruppenraum verabschieden und Ihr Kind nach dem Mittagessen abholen.

Eingewöhnung Schlafraum

Letzter Tag zweite Woche: Am Ende der zweiten Woche kann das Kind zum ersten Mal im Kindergarten schlafen. Es wird dann gleich nach dem Aufwachen abgeholt. Wenn es soweit ist, wird die Gruppenerzieherin das mit der Erzieherin im Schlafraum absprechen.

Qualitätssicherungsverfahren „Wege zur Qualität“

Die 12 Felder beinhalten:

  1. Die Aufgabenstellung

(Aufgaben und Ziele, die sich der Kindergarten stellt. Sie orientieren sich an den Bedürfnissen der Menschen in der Gemeinschaft.)

  1. Eigenverantwortung

(Aufgaben können nur in dem Maße erfüllt werden, als die Mitarbeiter bereit und in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen.)

  1. Können

(Die Qualität der Leistung wird bestimmt durch das Können der beteiligten Mitarbeiter.)

  1. Freiheit

(Im Rahmen der Aufgabe und durch das erlangte Können die Freiheit besitzen, die Aufgabe nach eignem Ermessen zu bewältigen)

  1. Vertrauen

(Ohne Vertrauen kann keine qualitative hochwertige Arbeit entstehen.)

  1. Schutz

(Vereinbarungen, durch die Einzelhandlungen ein zielgerichtetes Ganzes ergeben, z.B. Verträge)

  1. Finanzieller Ausgleich

(Finanzielle Mittel, die zur Verwirklichung der Aufgabenstellung und deren Qualität zur Verfügung stehen)

  1. Verantwortung aus Erkenntnis

(Grundlage für einen gemeinsamen Boden für die speziellen, unterschiedlichen Handlungen der Mitarbeiter; Reflexion und kritisches Betrachten des eigenen Handelns)

  1. Individuelle Entwicklung

(Qualität der Leistung hängt vom Verhalten der beteiligten Menschen ab, wie sie mit der Aufgabe wachsen und sich entwickeln.)

  1. Gegenwartsgemäßes Handeln

(Handeln wird an die sich verändernden Umstände, Menschen, zivilisatorisches Umfeld angepasst)

  1. Individualität und Gemeinschaft

(In den individuellen Handlungen der Mitarbeiter kommt die Intention der ganzen Gemeinschaft zum Ausdruck und die Gemeinschaft fördert das individuelle verantwortliche Handeln der Mitarbeiter)

  1. Gemeinschaft als Schicksal

(Wechselseitiges Interesse an den anderen beteiligen Menschen der Gemeinschaft)